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Im Sommer kann eine Klimaanlage Gold wert sein. Allerdings haben Klimaanlagen auch einen entscheidenden Nachteil, nämlich ihren Stromverbrauch. Wenn eine Monoblock-Klimaanlage ein Jahr lang durchschnittlich genutzt wird, kostet allein der Strom dafür um die 125 Euro. Es kann auch noch deutlich teurer werden, denn ab einer gewissen Raumgröße sind Monoblock-Geräte kaum mehr effektiv, weswegen sie länger und am absoluten Leistungslimit arbeiten. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie eine Energieeffiziente Klimaanlage erkennen und wie Sie auch mit ihrer vorhandenen Klimaanlage Strom sparen können.

Energieeffiziente Klimaanlagen erkennen

Wenn eine neue Klimaanlage angeschafft werden soll, sollte man unbedingt auf die Energieeffizienz achten. Ein Gerät mit einer Energieeffizienzklasse unter A sollte nicht gekauft werden. Hier wird einfach zu wenig Strom in Kälteleistung umgewandelt. Empfehlenswert sind Geräte der Energieklasse A bzw. A+, A++ oder A+++. Je mehr „+“ hinter dem A stehen, desto energieeffizienter ist die Klimaanlage.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kühlleistung. Die Kühlleistung muss dem Raum angemessen sein. Es bringt nichts, eine Klimaanlage zu kaufen, die für einen 20m²-Raum ausgelegt ist, wenn ein Raum mit 40m² gekühlt werden soll. Die Leistung reicht schlichtweg nicht aus. Das Gerät läuft auf voller Leistung und angenehm kühl wird es höchstens rund um die Klimaanlage herum, aber nicht an der anderen Seite des Raumes.

Überdimensioniert sollte sie auch nicht sein. Eine Klimaanlage für einen 60m²-Raum arbeitet in einem 20m²-Raum ebenfalls ineffektiv, vor allem, wenn es ein Gerät ist, bei dem sich die Rotorgeschwindigkeit nicht einstellen lässt. Aber auch sonst verbraucht die Klimaanlage zu viel Strom, da sie unterhalb ihres optimalen Effizienzspektrums arbeitet. Vergleichen lässt sich das mit einem Motor, der nur untertourig gefahren wird. Das ist schädlich für den Motor und die Treibstoffeffizienz ist ebenfalls nicht gut.

Generell gelten Split-Klimaanlagen als deutlich effizienter als Monoblockgeräte. Je nach Energieeffizienzklasse verbrauchen Split-Klimageräte bei gleicher Kühlleistung im Schnitt zwischen 25 und 50 Prozent weniger Energie als ein Monoblockgerät. Wenn die Klimaanlage im Sommer im Dauerbetrieb laufen soll, kann sich die Investition in eine Split-Klimaanlage durchaus lohnen. Zwar sind die Anschaffungs- und Installationskosten höher als bei einem Monoblockgerät, dafür arbeiten Split-Geräte jedoch leiser und verursachen deutlich geringere Stromkosten, was sich über die Jahre auszahlen kann.

Ein neues Monoblock-Klimagerät sollte unbedingt invertierend sein. Bei einer invertierenden Klimaanlage regelt sich die Rotationsgeschwindigkeit des Kompressors, abhängig von der gewünschten und der vorhandenen Raumtemperatur, von selbst. Bei nicht-invertierenden Geräten ist das nicht der Fall. Der Kompressor kennt nur „An“ und „Aus“. Liegt die Raumtemperatur unter der gewünschten Temperatur, springt er an und läuft auf 100 Prozent. Ist die Temperatur erreicht, schaltet er sich ab und wartet, bis es wieder zu warm ist.

Der Kompressor einer invertierenden Klimaanlage passt die Rotationsgeschwindigkeit an. Wenn die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist, regelt er die Rotationsgeschwindigkeit runter, um die Raumtemperatur zu halten. Das verbraucht deutlich weniger Energie, als wenn er Pause macht, um dann auf voller Leistung ein paar Grad kühlere Raumtemperatur zu erzeugen, was auch relativ lange dauern kann. Der Energieverbrauch einer invertierenden Klimaanlage liegt bei bis zu 30 Prozentunter dem eines nicht-invertierenden Geräts.

Klimaanlage richtig einsetzen

Wer eine nicht sonderlich energieeffiziente Klimaanlage hat, kann sich vielleicht nicht einfach ein sparsameres Gerät kaufen. Mit unseren Tipps kann der Stromverbrauch aber trotzdem gesenkt werden. Die Tipps gelten natürlich auch für alle, die bereits ein energieeffizientes Gerät besitzen oder planen, eines zu kaufen.

Das wichtigste Kriterium ist die gewünschte Raumtemperatur. Generell gilt, dass der Stromverbrauch mit jedem zu kühlenden Grad Celsius steigt. Man sollte sich gut überlegen, ob es reicht, wenn es in der Wohnung angenehm warm ist (sommerlich bekleidet sein ohne beim Ausruhen noch zu schwitzen), oder ob sich anfühlen muss, als würde man im Kühlschrank sitzen. Wenn man die Klimaanlage nur ein oder zwei Grad wärmer einstellt, kann sich das schon positiv auf die Stromrechnung auswirken, ohne dabei den Wohnkomfort massiv zu beeinflussen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Standort des Klimageräts. Die kühle Luft sollte zuerst dort ankommen, wo sie gebraucht wird. Außerdem sollte die zu kühlende Luft bereits so kühl wie möglich sein. Einfaches Beispiel: Ein Fußballfan möchte es sich auch im Hochsommer nicht nehmen lassen, sich um 15:30 auf die Couch zu setzen, um das Spiel seiner Lieblingsmannschaft zu sehen. Schwitzen möchte er dabei höchstens aufgrund des spannenden Spiels.

Die Klimaanlage sollte möglichst in der Nähe der Couch stehen. Dort wird die Temperatur gebraucht. Steht sie am anderen Ende des Raumes, dauert es deutlich länger, bis sich ein angenehmes Klima im Einzugsbereich der Couch einstellt. Gleichzeitig sollte die Klimaanlage nicht direkt in der Sonne stehen. Ein Platz vorm Fenster ist kontraproduktiv, da es dort besonders heiß ist.

Andere Wärmequellen wie Öfen oder elektrische Geräte sollten ebenfalls nicht direkt neben der Klimaanlage stehen. Wenn die Klimaanlage an einem relativ kühlen Platz steht, kann sie deutlich effizienter arbeiten, denn es ist nur logisch, dass es effizienter ist, etwas nicht ganz heißes zu kühlen als etwas, das erst noch auf „nicht ganz heiß“ heruntergekühlt werden muss.

Eine gute Idee ist oft auch das Stoßkühlen. Hierbei wird die Raumtemperatur so effektiv wie möglich heruntergekühlt. Türen und Fenster sind nach Möglichkeit geschlossen und Jalousien oder Vorhänge sollten ebenfalls geschlossen sein. Ist die Raumtemperatur erreicht, kann die Klimaanlage abgeschaltet werden. Meistens genügt es jetzt, einen Ventilator laufen zu lassen, der die kühle Luft umwälzt und die Aufheizung des Raumes verlangsamt. Ein Ventilator verbraucht extrem viel weniger Energie als eine Klimaanlage.

Zum Vergleich: Wird ein Ventilator genauso lange betrieben wie das Klimagerät aus dem oberen Beispiel, in welchem es 125 Euro Stromkosten verursacht, verbraucht ein Ventilator nur ungefähr 6 Euro Stromkosten. Wenn mithilfe eines Ventilators pro Tag nicht mehr drei Kühlphasen benötigt werden, sondern nur noch zwei, ist das eine Ersparnis von über 30 Prozent.

Ansonsten kann der Stromverbrauch durch energieeffizientes Verhalten reduziert werden. Dazu gehört zum Beispiel, tagsüber Vorhänge und Jalousien größtenteils zu schließen, damit die Hitze draußen bleibt. Die Fenster sollten geschlossen bleiben. Stoßlüften ist deutlich effektiver, da die kühle Luft nicht konstant durch das offene Fenster entweicht. Wenn es möglich ist, sollten die Fenster nachts geöffnet bleiben, damit die kühle Luft reinströmen kann und morgens frische Luft in der Wohnung ist.

Ein ganz klassischer Tipp zum Strom sparen ist ein regelmäßiger Vergleich der Stromtarife. Viele Menschen scheuen einen Anbieterwechsel, da sie befürchten, im Zweifelsfall ein paar Tage ohne Stromversorgung zu sein. Diese Angst ist unbegründet, denn sollte ein Anbieterwechsel schiefgehen, springt der Grundversorger ein. Möglicherweise entstehende Mehrkosten werden vom neuen Stromanbieter übernommen, wenn der Anbieter einen Fehler gemacht hat. Bei den unterschiedlichsten Stromvergleichsportalen sind je nach aktuellem Tarif Ersparnisse von bis zu mehreren hundert Euro im Jahr möglich.

Mistbox: 30 Prozent Strom sparen bei der Klimaanlage

Sehr viele Elektrogeräte sind mittlerweile so weit entwickelt, dass es beim aktuellen Stand der Technik kaum noch Möglichkeiten gibt, die Energieeffizienz zu verbessern. Würde jeder Mensch seine älteren Elektrogeräte gegen effiziente Neugeräte tauschen, wäre die positive Auswirkung auf das Weltklima immens.

Das gilt auch für Klimaanlagen. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Klimaanlagen innerhalb der nächsten Jahre deutlich sparsamer werden. Würden alle Klimaanlagen weltweit ihren Stromverbrauch um 30 Prozent senken, hätte das auf den CO2-Ausstoß die gleiche Auswirkung, als wenn 5 Milliarden PKW weniger auf den Straßen unterwegs wären.

Ein texanisches Unternehmen hat jetzt die Mistbox auf den Markt gebracht. Die Mistbox ist ein Gerät, welches den Energieverbrauch von Split-Klimaanlagen um bis zu 30 Prozent reduzieren kann.

Kurz zur Erklärung: Der Name klingt für deutsche Ohren etwas ungünstig. Er leitet sich vom englischen „mist“ ab, was so viel bedeutet wie Dunst oder Nebel. Die Mistbox verfolgt den Ansatz, der weiter oben erklärt wurde. Je kühler die Luft ist, die gekühlt werden soll, desto weniger Energie ist dafür notwendig. Und genau das macht diese Box, sie kühlt die Luft, bevor sie von der Klimaanlage selbst gekühlt wird.

Die Mistbox funktioniert mit Wasser und wird ganz einfach an dem Außengerät der Split-Klimaanlage angebracht. Wenn die Klimaanlage läuft und warme Luft ansaugt, versprüht die Mistbox einen ganz zarten und feinen Nebel aus Wassertröpfchen. Die winzigen Wassertropfen kühlen die Luft um mehrere Grad Celsius herunter. Die Luft ist also bereits vorgekühlt, wenn die von der Klimaanlage angesogen wird.

Strom ist für den Betrieb der Mistbox nicht notwendig. Die benötigte Energie gewinnt die Mistbox autonom durch die Wärme des Klimageräts und die ausströmende warme Luft. Der Wasserverbrauch ist äußerst gering. Da ein sehr feiner Nebel erzeugt wird, wird nur sehr wenig Wasser verbraucht. Jedem gesparten Euro für Strom stehen maximal wenige Cent für Wasser gegenüber. Laut Hersteller verbraucht die Mistbox im Betrieb weniger Wasser, um eine Kilowattstunde zu sparen, als ein Energieproduzent verbraucht, um eine Kilowattstunde zu produzieren.

Bisher ist die Mistbox nur im amerikanischen Raum verfügbar. Dort erfreut sie sich jedoch wachsender Beliebtheit, sodass es nicht unwahrscheinlich ist, dass die Mistbox in absehbarer Zeit auch in Deutschland auf den Markt kommen wird. Ob sich das derzeitige Abo-Modell durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.